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logo: Weihnachtsmarkt der Frankfurter Künstlerinnen und Künstler

89. Künstlerweihnachtsmarkt

Frankfurter Künstler stellen alljährlich im Rahmen des Frankfurter Weihnachtsmarktes in der Paulskirche und in den Römerhallen aus.

Paulskirche:
23. November – 22. Dezember
Römerhallen:
2. Dezember – 22. Dezember
täglich 12 – 20 Uhr
Eintritt frei

Künstlerverzeichnis: Paulskirche (PDF, 45.5 KB) · Römerhallen (PDF, 45.3 KB)

Insgesamt zeigen Ihnen jedes Jahr rund 90 Aussteller ihre neuen Kunstwerke. In der Paulskirche im Rahmen der traditionellen Jahresausstellung.

Am 23. November wird im Untergeschoß der Paulskirche die Jahresausstellung der Frankfurter BBK-Künstler eröffnet. Hier werden dem Besucher Werke der Malerei, Druckgrafik, Zeichnung, Fotokunst, Holz- und Steinbildhauerei, Skulpturen und Objekte aus Draht, Glas, verschiedenen Metallen gezeigt.

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Viele der hochwertigen Arbeiten sind zu einem verhältnismäßig günstigen Preis erhältlich. Das ermöglicht Weihnachtsgeschenke der etwas anderen Art oder den Erwerb eines Kunstwerks, an dem man für viele Jahre Freude hat.

In den Römerhallen findet der Besucher ab dem 2. Dezember neben Malerei und Skulpturen auch eine große Palette von Arbeiten mit kunsthandwerklichem Charakter. Keramik, Glaskunst, Goldschmiedearbeiten und Schmuck aus verschiedenen Materialien, Textilkunst, Flechtkunst, Kameen aus Muschel und Bein, Figuren aus Papier, Stoff und Holz, Schnitzarbeiten und weitere Überraschungen. Auch Kunstbücher, reizvoll illustriert und gebunden, als Unikate und in Kleinstauflagen. Mehr noch als in der Paulskirche ist hier die Chance groß, ein außergewöhnliches Geschenk zu finden.

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Der Frankfurter Künstler-Weihnachsmarkt damals und heute

1922 wurde der Frankfurter Künstler-Weihnachtsmarkt als Selbsthilfe - Initiative der Künstler aus der Taufe gehoben. Es sind schlechte Zeiten damals: Der erste Weltkrieg ist verloren, die Menschen warten auf eine neue Reichsordnung und es drohen riesige Reparationszahlungen. Die Börse dümpelt lustlos vor sich hin, die Preise schnellen in die Höhe.

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  • Ein Brot, das man nur auf Marken beziehen kann, ein Dreipfünder, kostet im Dezember 220 Mark,
  • der Universitätsetat ist mit der Anschaffung nur eines einzigen wissenschaftlichen Buches überschritten,
  • die Einzelausgabe der Frankfurter Zeitung kostet 30 Mark, wofür sich die Herausgeber fast entschuldigen, aber gleichzeitig darauf hinweisen, dass der Preisanstieg für diese geistige Nahrung weit hinter dem für leibliche zurückbleibe.
  • Kohleferien gibt es in den Schulen, um Brennmaterial zu sparen, und der
  • Fiskus weiß sich auf absonderlichen Wegen Geld zu beschaffen, beispielsweise durch die Schlemmer- und Nachthocker-Steuer, die späte Zecher bis Mitternacht mit 25, danach mit 50 Mark abkassiert.

„Die Künstler leiden schwer unter der Not der Zeit” heißt es in den Zeitungen. In dieser Situation besinnen sich die Frankfurter Künstler auf das, was sie können, und bieten es an. Der Bund tätiger Altstadtfreunde, die Frankfurter Künstler-Gesellschaft, der Künstlerbund und der Bund der Gebrauchsgrafiker bündeln ihre Kräfte und richten diese kleine Kunstmesse im Spitzbogengewölbe des Römers aus. Es wird sofort ein durchschlagender Erfolg. Trotz 20 Mark Eintrittsgeld strömen die Menschen herein.

Liest man die Rezension des 1. Künstlerweihnachtsmarktes vom 17.12.1922 stellt man fest, dass sich nicht viel verändert hat.

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  • Deutlich wird ausgesprochen: Es handelt sich nicht um eine Ausstellung, sondern um einen Weihnachtsmarkt der Kunst, der allerdings „auf einer qualitativen Höhe” steht, „die wärmstes Interesse nicht nur aus sozialen Gründen rechtfertigt.”
  • Auch damals haben Grafiker, Bildhauer, Maler und Kunstgewerbler nebeneinander ihre Stände aufgeschlagen, deren „leuchtende Buntheit” besonders erwähnt wird. „Alle Richtungen sind vertreten und damit ist allen Geschmacksrichtungen gedient”, bemerkt die Presse. Und so ist es auch noch heute.
  • Während draußen vor dem Römer die alte weihnachtliche Budenstadt im Kalten steht, pittoresk beleuchtet von Laternen und durchzogen von Nebelschwaden und dem Duft der Weihnachtsbäume, die sich damals leider nicht viele leisten können, ist es drinnen behaglich warm. Das wird überall erwähnt, wahrscheinlich weil es damals ein Luxus war, einen so großen Raum wie die Römerhallen zu beheizen. In dieser Wärme tauen die Distanzen zwischen Künstlern und Publikum sehr schnell; es wird tatkräftig gekauft. „Schon nach der ersten Stunde kommen überall die Zettel 'verkauft' auf Bildern und Skulpturen zum Vorschein” nimmt der Rezensent wahr und wertet es als Beweis, dass diese Aktion - „Künstler zum Anfassen” würde man heute vielleicht sagen - positiv aufgenommen wird. Es ist etwas, „was sich für beide Teile, Künstler wie Publikum, rentiert”, schreibt er. Für die Künstler ist es vielleicht zunächst der materielle Gewinn; für das Publikum ein menschlicher und ein ideeller Gewinn, indem es Kunst erleben und "interessante Künstlerbekanntschaften" machen kann.
  • Dass sich Künstler mit ihrer Rolle als Verkäufer nicht so ganz leicht tun, das schleppen sie schon seit dem 1. Künstlerweihnachtsmarkt mit uns mit. Der Rezensent bemerkt, das sei eine "Rolle, die nicht allen liegt".
  • „Alles ist so hübsch und gefällig arrangiert, dass ein voller Erfolg zu erwarten steht, besonders wenn sich das Publikum vor Augen hält, dass Kunstwerke zu den schönsten Weihnachtsgaben zählen.” Auch in diesem Jahr tun Künstlerinnen und Künstler alles, dass auch der ihr Weihnachtsmarkt 01 ein voller Erfolg wird.

(Quellen: Stadtarchiv, Dossier "Frankfurter Künstler-Weihnachtsmarkt"
und Zeitungen)

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